Angst und Panik

ANGST und PANIK Angst ist eine natürliche Reaktion des Körpers. Wir reagieren auf Gefahren oder lebensbedrohliche Zustände mit Angst.

Das war in den Anfängen der Menschheitsgeschichte notwendig, um zu überleben. Der Körper schüttet Hormone aus, die uns fähig machen, schnell davon zu laufen oder mit voller Power einen Gegner zu bekämpfen. Kampf oder Flucht - das war damals die Devise.

Angst führt zu einer sinnvollen Handlungssteuerung, wenn reale Gefahr droht. Krankhafte Angst unterscheidet sich aber von rationaler Risikominimierung. Das normale Maß an Unsicherheit, das nun mal zum Leben gehört, wird nicht hingenommen, sondern es erzeugt eine extrem wirklichkeitsfremde Risikowahrnehmung. Wenn ein Erkrankter öfter Panik erlebt hat, tritt zusätzlich die Angst vor der Angst hinzu.

Symtome:

  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Schwitzen
  • Zittern
  • weiche Knie
  • Erstickungs- oder Würgegefühle
  • Atemnot
  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Muskelschmerzen
  • Seh- und Wahrnehmungsstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Übelkeit
  • Brustschmerz

Angstanfälle oder Panikattacken zeichnen sich dadurch aus, dass sie wiederkehrend sind, sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind.

Fast stets entsteht dann auch Angst zu sterben (Herzinfarkt), Angst vor Kontrollverlust (sich bei einer Ohnmacht lächerlich zu machen) oder die Angst, wahnsinnig zu werden. Die einzelnen Anfälle dauern meistens nur Minuten, manchmal auch länger.

Anhaltender Schwindel, anhaltende Magen-/Darmprobleme, hartnäckige Nackenverspannungen sowie Kopfschmerzen können ebenfalls Zeichen einer länger andauernden Angststörung sein.

Angst vor der Angst
Man befindet sich noch nicht in der befürchteten Situation, und kann trotzdem die verschiedenen Komponenten der Angst bis hin zu körperlichen Symptomen verspüren. Die Angst vor der Angst kommt dadurch zustande, dass man sich vor den körperlichen Begleiterscheinungen der Angst fürchtet und negative körperliche (z.b. Herzinfarkt, Ohnmacht) und soziale Konsequenzen (z.B. Peinlichkeit) befürchtet.
Die Angst vor der Angst ist daher das Motiv für die Vermeidung einer angstauslösenden Situation.

Vermeidungsverhalten
Durch Vermeidung setzt man sich gar nicht erst einer solchen befürchteten Situation aus. Man wird kurzfristig belohnt, indem man einem Angstanfall entgeht, langfristig führt das Vermeiden aber zum unfreiwilligen Verzicht auf viele Dinge des modernen Lebens.
Langanhaltendes Vermeiden führt zur Generalisation, d.h. für immer mehr neue Situationen werden Angstattacken befürchtet (gelernte Hilflosigkeit), was schliesslich zum sozialen Rückzug und mitunter zu depressiven Zuständen führt!

Ursachen

Innere Ängste hervorgerufen durch ungelöste Konflikte und unbewältigte Verlusterlebnisse aus früherer Zeit scheinen umgelenkt zu werden auf äußere Gegebenheiten wie bestimmte Gegenstände oder Situationen. So besteht die Möglichkeit, die innere Angst auszuleben.

Auch erbliche Belastung spielt eine Rolle.

Therapie der Angst- und Panikstörungen

Zu den in der Allgemeinbevölkerung weit verbreiteten und klinisch relevanten Angststörungen zählen die Phobien (Agora-, Soziale- und Isolierte Phobie), die Panikstörung und die Generalisierte Angststörung. Diese Angststörungen neigen unbehandelt zur Chronifizierung und sind häufig mit gravierenden Folgeproblemen (z.B. Entwicklung einer sekundären Depression, Risiko für Substanzmissbrauch, Überbeanspruchung des medizinischen Systems) verbunden. Deshalb kommt einer frühzeitigen Diagnosestellung und Einleitung einer adäquaten Therapie ein zentraler Stellenwert zu. Als effektive und wissenschaftlich überprüfte Behandlungsverfahren stehen besonders die kognitive Verhaltenstherapie und die Pharmakotherapie zur Verfügung.

Test: ist die Angt krankhaft?

Was kann ich dagegen tun?

  1. Spreche in aller Ruhe mit einem Arzt, einer Ärztin, einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten über deine Symptome.
  2. Wenn Du keinen Therapeutin(-en) hast, Suche dir bald eine(n) Verhaltenstherapeutin(-en). Angststörungen sind psychotherapeutisch recht gut behandelbar.
  3. Nehme vor einer ärztlichen Untersuchung keine Medikamente .
  4. Trinke kein Alkohol zur Beruhigung.
  5. Versuche einige Entspannungstechniken wodurch die Ängste etwas zurück gehen könnten.
  6. Ateme bei einem Angstanfall bewusst langsam und tief ein und noch langsamer aus, damit es nicht zu einer Hyperventilation kommt.
  7. Esse eine Kleinigkeit. Stress und Aufregung führen zu einem gesteigerten Energieverbrauch, wodurch es u.U. zu einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) kommen kann. Die dadurch hervorgerufenen Symptome sind denen der Panik sehr ähnlich.
  8. Denke 'positiv': Beispiel: "Ja, dieser Schwindel ist sehr, sehr unangenehm, aber ich kann ja gar nicht ohnmächtig werden.
  9. Wenn der Angstanfall in einer speziellen Situation auftrat (z.B. Lift, Menschenansammlung, Parkgarage) und du diesen Ort fluchtartig verlassen hast, vermeide in Zukunft in keinem Fall diesen Ort. Am besten ist es, wenn du diese Situation trotz Angstgefühlen sogar extra aufsuchst. Habe dabei keine zu grosse Angst vor der Angst bzw. den körperlichen Angstsymptomen! Lasse die gefürchteten Körperreaktionen ruhig aufkommen. Unser vegetatives Nervensystem sorgt von selbst dafür, dass sich die Angstgefühle und die körperlichen Begleitsymptome automatisch zurückbilden, wenn wir nur lange genug in der gefürchteten Situation verweilen!
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