Missbrauch

Was bedeutet Missbrauch?

 Missbrauch kann auf mehreren Ebenen stattfinden., z.B.:Sexueller Missbrauch , Körperlicher Missbrauch ,Emotionaler Missbrauch u.a.

Missbrauch bedeutet immer, das eine überlegende Person ( z.B. Erwachsener) , seine Überlegenheit, das Vertrauen, die Unwissenheit und  die Abhängigkeit  der unterlegenen Person , für seine Zwecke ausnutzt.                                               Sexueller , emotionaler und körperlicher Missbrauch kann zu einer Vielzahl verschiedener kurz- und langfristiger Folgen und Schäden führen. Viele Betroffene bleiben ihr Leben lang durch die Missbrauchserfahrungen geprägt und belastet.

Sexueller Missbrauch:

Sexueller Mißbrauch bedeutet, daß eine Person seine Machtposition, seine körperliche und geistige Überlegenheit, sowie die Unwissenheit, das Vertrauen oder die Abhängigkeit einer unterlegenen Person zur Befriedigung seiner eigenen sexuellen Bedürfnisse benutzt.                                                               Sexueller Missbrauch setzt ein Kind  nicht nur traumatischen Erfahrungen aus, durch die seine sexuellen Gefühle und Vorstellungen in einer Weise beeinflusst werden, die seinem Entwicklungsstand und der Qualität seiner Beziehungen nicht entsprechen; wenn es entdeckt, dass eine Person, die es liebt und zu der es in einer lebenswichtigen Beziehung steht, es missbraucht und verletzt, wird es auch in seinem Vertrauen zutiefst erschüttert. Dieser Verrat durch den Missbraucher kann durch die Reaktionen der Umwelt wiederholt und verstärkt werden, wenn das Kind bei seinen Versuchen, sich mitzuteilen und sich dem Missbrauch zu entziehen, keinen Glauben und keine Unterstützung findet.

Körperlicher Missbrauch:

Schlagen, Würgen, Ohrfeigen, jem. Verbrennungen zufügen, Schuppsen, Waffengebrauch, jem. körperlich Einschränken, jemanden wissentlich an der Befriedigung der Grundbedürfnisse (Nahrungsaufnahme, Schlaf, medizinische Versorgung etc) hindern.

Emotionaler und psychischer Missbrauch: 

Permanentes Kritisieren, sich über die Person ,dessen Familie, Freunde und dessen Vergangenheit lächerlich machen; Erniedrigung, Lügen, Versuchen das Selbstvertrauen des anderen zu zerstören u.a.

Folgen des Missbrauches:

  • Ablehnung des eigenen Körpers
  • Alkohol- und Drogenmissbrauch
  • Angstzustände
  • Alpträume
  • angstmachende Tagträume
  • emotionaler Rückzug und soziale Isolation
  • Depression
  • Gefühle- außerhalb des eigenen Körpers zu sein (Dissoziation)
  • Gefühle der Wertlosigkeit
  • Misstrauen
  • psychosomatische Beschwerden (vor allem Haut- und Magenerkrankungen)
  • Prostitution
  • Scham und Schuld
  • Schlaf- und Essstörungen
  • Selbstmord(versuche)
  • selbstdestruktives Verhalten
  • Sexualisierung von Beziehungen
  • Störung der Sexualfunktionen (Frigidität, Vaginismus u.a.)
  • Störungen der Sexualität und Partnerschaftsprobleme
  • Störungen in der Wahrnehmung eigener Gefühle (Verwechslung von Affektivität und Sexualität)
  • Wut

Obwohl die genannten Störungen nicht nur infolge von sexuellem Missbrauch entstehen können, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Missbrauchsopfer unter einem oder meist mehreren dieser Symptomen leiden, deutlich erhöht.

         Was kann man           gegen Missbrauch tun?

Wenn Kinder über sexuellen Mißbrauch sprechen, sagen sie die Wahrheit. Sie müssen starke Scham- und Schuldgefühle überwinden, ehe sie sich jemand anvertrauen.

Versuche immer ein offnenes Ohr für die Probleme zu haben. Vertraue dem erzählten und unterstütze die betreffenes Peron ( das Kind). Zweifle nicht an ihrer Geschichte, verharmlose ihre Erfahrung nicht. Gib nicht auf und kritisiere sie nicht.

Wenn Du missbraucht wirst:

Wichtig ist: Du bist NICHT für den Missbrauch verantwortlich! Du musst aktiv etwas dagegen tun, damit der Missbrauch aufhört.  Breche dein Schweigen, und versuche mit jemanden zu reden, von dem Du vielleicht Hilfe erwarten kannst. Suche auch nach Hilfen, die für so etwas spezialisiert sind. Es gibt Notfallnummern und auch Beratungsstellen, die Dir in jedem Fall weiter helfen.

Es gibt einige Anlaufstellen, die in jedem Fall weiter helfen können:

  1. www.wildwasser.de
  2. www.kindernotdienst.de
  3. www.dunkelziffer.de

Ich möchte Euch zu diesem Thema auf ein Projekt von Maria la Force aufmerksam machen. Vielleicht habt Ihr Interesse? Dann klickt bitte :

Zahlen und Fakten:

Jährlich nimmt die Polizei etwa 1500 Anzeigen wegen körperlicher und 13 000 bis 15 000 Anzeigen wegen sexueller Misshandlung auf. Etwa 10 bis 20 Prozent aller Mädchen und       5 bis 10 Prozent der Jungen hätten ungewollt Körperkontakt. Die Zahl der Betroffenen läßt sich nur schwer ermitteln. Für 1997 verzeichnet die polizeiliche Kriminalstatistik 15.890 Mädchen und 5240 Jungen unter 14 Jahren, die Opfer von sexuellem Mißbrauch nach §176 Strafgesetzbuch wurden. Doch gerade weil die Tat zumeist im Nahbereich des Opfers verübt wird, ist die Anzeigebereitschaft hier besonders gering. Insofern bietet die polizeiliche Statistik keine ausreichende Datenbasis zur Erfassung des Mißbrauchs an Kindern. Schätzungen des Bundesfamilienministeriums gehen von einer Dunkelziffer zwischen 50.000 und 300.000 Fällen im Jahr aus.                                                                   Täter:                                                                                                                                                 99,6% der Täter sind Männer
34,1% der Täter sind nähere Bekannte und Erzieher der Opfer
25% sind Väter, Stiefväter oder Freunde der Mutter
23,1% sind Nachbarn, Bekannte oder Ärzte
in 6% der Fälle sind die Täter völlig Fremde
1,4% der Täter sind enge Verwandte (Opa, Onkel o.ä.)

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