Beziehungssucht

Beziehungssucht gehört zu den stoffungebundenen Süchten, ähnlich wie Kauf-, Arbeitssucht oder Spielsucht. Im Vordergrund stehen die psychische Abhängigkeit und die zunehmende Beeinträchtigung der alltäglichen Lebensführung. Diese verdeckten Alltagssüchte sind keine festgeschriebenen Diagnosen, mit der Folge, dass es zwar klinische und therapeutische Erfahrungen, aber bislang nur wenig spezifische Behandlungskonzepte entwickelt werden konnten.

Entweder neigen Beziehungssüchte dazu, immer wieder in einer Beziehung zu stecken,  oder sind zu mindestens immer auf der Suche danach. Gefühle wie Unwohlsein und Ohnmachtgefühle stehen oft an der Tagesordnung.                                                                                                                                       Oder aber man steckt in einer Beziehung, wo man nicht mehr raus kommt. Begriffe wie Hörigkeit werden dann dafür auf benutzt.                                                                                                                             Begriffe wie Beziehungssucht, Abhängigkeit oder Hörigkeit werden in Zeiten, in denen die Autonomie des Menschen einen sehr hohen Stellenwert hat, tabuisiert. Dies gilt besonders für Männer. Ihnen fällt es noch schwerer, sich zu ihrer Abhängigkeit zu bekennen und darüber zu sprechen. Es widerspricht dem Männerbild in unserer Gesellschaft. Nach Ansicht der Fachleute sind Männer genauso häufig und schmerzhaft abhängig in der Beziehung wie Frauen. Ein Mann kann vielleicht sagen, dass er von seiner Partnerin sexuell abhängig ist, aber nicht zugeben, dass er die Nähe und Geborgenheit seiner Partnerin braucht, um leben zu können.                                              Abhängigkeiten entstehen in jeder Beziehung. Aussagen wie "Ich tue alles für dich" oder "Ich bin nichts ohne dich" entsprechen sogar unserem Liebesideal und gelten als höchster Liebesbeweis. Dass hinter solchen Aussagen eigentlich Selbstaufgabe steckt, ist vielen nicht bewusst. Beziehungssüchtige leben diese Selbstaufgabe aus und definieren ihren eigenen Wert ausschließlich über die Zuwendung des Partners. Bei der Beziehungssucht gesellt sich zu der grundlegenden Angst vor Nähe eine noch größere vor dem Verlassenwerden. 

Warnsignale der Beziehungssucht:

  • Leben und Denken richten sich immer mehr nach dem Partner, nur noch sein Wille zählt.
  • Selbstachtung und Selbstwertgefühl sinken.
  • Kontakt zu Freunden und Familie nimmt ab.
  • Der Partner übt durch Liebesentzug Macht aus.
  • Die Betroffenen wehren sich nicht gegen Demütigungen - aus Angst, den Partner/die Partnerin zu verlieren.
  • Oft kommen Schlaf- und Essstörungen, Depressionen, Erschöpfungszustände sowie Drogen- und/ oder Medikamentensucht hinzu.

Literaturtip:

“Die Flucht vor der Nähe”

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