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Psychoanalyse Die klassische Psychoanalyse wurde begründet von Sigmund Freud. Die Behandlung erfolgt über mehrere Jahre mit drei bis fünf einstündigen Sitzungen pro Woche. Die Psychoanalyse
geht davon aus, daß innere Konflikte gelöst werden, indem der Weg zurück zu ihrer Entstehung unter dem Schutz der therapeutischen Situation wieder begangen wird. Größte Bedeutung für die Arbeit hat die Beziehung zwischen dem
Analysanden und dem Analytiker. Diese Beziehung nimmt im Laufe der Therapie die Eigenschaften von in verschiedenen Altersstufen erlebten Beziehungen zu Familienangehörigen oder sonstigen wichtigen Bezugspersonen an. Durch die
»Arbeit an der Beziehung« werden Konflikte bewußt und können so den Fähigkeiten der aktuellen erwachsenen Persönlichkeit entsprechend gelöst werden. Die Indikation für diese Psychotherapie wird vor allem durch
Beziehungsprobleme gegeben, wobei hier auch, wie bei der aus der Psychoanalyse entstandenen sogenannten tiefenpsychologisch oder analytisch orientierten Therapie
vor allem das Gefühl der Unfähigkeit, mit sich selbst stimmig zu sein und im eigenen Interesse zu handeln, an erster Stelle steht, also Selbstwertprobleme, das Gefühl des Mangels an Sinnhaftigkeit, Antriebsstörungen, Entscheidungsunfähigkeit usw.
Die Kosten werden bis zu 300 Stunden nach Antragstellung und bei bestehender Notwendigkeit von den Krankenkassen übernommen.
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tiefenpsychologische Therapie
Analytisch orientierte Psychotherapie Die analytisch orientierte Psychotherapie ist ein verbales Therapieverfahren in der Tradition der
Psychoanalyse , das auf der Annahme basiert, daß im therapeutischen Gespräch Erkenntnis- und Veränderungsprozesse stattfinden. Dabei wird angestrebt, gegenwärtige Probleme unter der Berücksichtigung innerer, in der
Vergangenheit verwurzelter Konflikte zu lösen. Man geht davon aus, daß diese inneren Konflikte den Hintergrund für aktuelle Probleme bilden können. Die Therapie findet in der Regel in Einzelsitzungen à 50 Minuten über 25-100
Stunden einmal wöchentlich oder alle zwei Wochen statt. Es können je nach Bedarf auch Angehörige hinzugezogen werden, wobei sich die Arbeit in dem Fall um die Probleme des Patienten dreht und nur sekundär, soweit das dafür
relevant ist, um die Konflikte zwischen den Familienmitgliedern. Die analytisch orientierte Psychotherapie ist synonym mit der tiefenpsychologisch orientierten Therapie. Als Standard-Psychotherapiemethode wird sie von den
Krankenkassen anerkannt, die Kosten werden nach Antragstellung und bei bestehender Notwendigkeit bis zu einem Umfang von 100 Stunden übernommen. Zur analytisch orientierten Psychotherapie gehört auch die Fokaltherapie als
noch stärker problemzentrierte und zeitlich kürzere Form mit einem bereits zu Anfang definierten Ziel zur Lösung eines bestimmten Problems. Die analytisch orientierte Psychotherapie ist geeignet zur Behandlung von Zuständen, in
denen die Person die Erfahrung macht, daß ihre eigenen Handlungen des öfteren und vielleicht in immer ähnlicher Weise nicht zum Erreichen eines gesetzten Ziels führen. Beispielsweise hat man das Gefühl, daß man öfters gegen
sich selbst handeln würde, oder daß zur Zielsetzung falsche Voraussetzungen angenommen wurden. Die Dauer
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DBT
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Die dialektisch-behaviorale Therapie von Borderline-Persönlichkeitsstörungen ist eine
Therapieform, die vor über 10 Jahren auf der Basis der Verhaltenstherapie von Marsha Linehan entwickelt wurde.
Die DBT wurde als ambulante Therapieform entwickelt, und besteht aus vier verschiedenen Bausteinen:
der Einzeltherapie, Fertigkeitentraining in der Gruppe, für Notfälle telefonischer Kontakt mit dem /der Therapeuten/in und dazu regelmäßige Intervision.
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In der Einzeltherapie werden die Problembereiche hierarchisch im Sinne der Dringlichkeit geordnet. An oberster
Stelle stehen suizidales und parasuizidales Verhalten, gefolgt von therapiegefährdendem Verhalten, Beeinträchtigungen der Lebensqualität und der Verbesserung von Verhaltensfertigkeiten. Die
Problemfelder werden in dieser Reihenfolge bearbeitet. Wenn notwendig, wird sofort wieder auf eine höhere Ebene zurück gegangen.
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Die PatientInnen führen eine Tagebuchkarte, in die Medikamenteneinahme, Spannungszustände,
Drogenkonsum und dysfunktionale Verhaltensweisen einzutragen sind
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Durch Verhaltensanalysen sollen die Betroffenen Einsicht in den Spannungsaufbau erhalten und lernen, das im
Fertigkeitentraining Gelernte in Handlungspläne einzubauen. Nach selbstverletzendem Verhalten oder Suizidversuchen werden die PatientInnen gebeten, solche Analysen selbst anzufertigen.
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Nach selbstverletzendem Verhalten oder Suizidversuchen werden die PatientInnen gebeten, solche Analysen selbst
anzufertigen.
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Voraussetzung für die eventuelle Bearbeitung eines Traumas in einem zweiten Therapieabschnitt ist, dass die
PatientInnen gelernt haben, emotionale Krisen, Spannungszustände und Dissoziationen selbst durch die gelernten Fertigkeiten zu regulieren. Die Traumabearbeitung erfolgt durch Techniken aus
der kognitiven Verhaltenstherapie und durch Expositionsstrategien.
Fertigkeitentraining in der Gruppe
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“Das Fertigkeitentraining ist der Ton, aus dem die Einzeltherapeutin und Patientin eine Figur modellieren
können” (Linehan, 1996a). Damit ist gemeint, dass die in der Gruppe gelernten Fertigkeiten in der Einzeltherapie in die erarbeiteten Verhaltensanalysen und Handlungspläne eingebaut und zu
einem sinnvollen Ganzen verbunden werden.
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Die Gruppe wird von zwei TherapeutInnen geleitet. Das Fertigkeitentraining hat Workshop-Charakter,
Gruppendynamik wird nur soweit wie notwendig thematisiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Lehren von Fertigkeiten. Interaktionelle Probleme werden ‘DBT-mäßig’ durch das Anwenden von
Fertigkeiten gelöst. Kritik und Anregungen seitens der TeilnehmerInnen sind ausdrücklich erwünscht, eine experimentell-partnerschaftliche Atmosphäre soll entstehen.
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Das Fertigkeitentraining findet in unserem Setting wöchentlich statt (90 Minuten) und besteht aus den vier
Modulen Innere Achtsamkeit, Umgang mit Gefühlen, Stresstoleranz und Zwischenmenschliche Fertigkeiten, die bei uns jeweils etwa 12 Sitzungen in Anspruch nehmen.
Im Modul ‘Innere Achtsamkeit’ lernen die PatientInnen die Fertigkeiten Wahrnehmen, Beschreiben,
Teilnehmen sowie ein nicht bewertendes, konzentriertes und wirkungsvolles Denken und Handeln. Hier sind unschwer die Zeneinflüsse zu entdecken. Ziel ist, Bewußtheit im Alltag zu erreichen und
mehr Steuerungsmöglichkeiten über sich selbst zu bekommen. Teilnahme und Distanz, Gefühl und Verstand sollen miteinander in Einklang gebracht werden. Hier wird deutlich, dass es sich um Ziele
handelt, die nicht nur Borderline-PatientInnen ein Leben lang beschäftigen können.
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Im Modul ‘Zwischenmenschliche Fertigkeiten’ werden die Basisfertigkeiten Orientierung auf ein Ziel,
Orientierung auf die Selbstachtung und Orientierung auf die Beziehung vermittelt. Faktoren, die die soziale Kompetenz beeinträchtigen und solche, die sie fördern, werden identifiziert.
Förderliche Selbstaussagen werden erarbeitet. Ziel ist, dass PatientInnen auf eigenen Wünschen, Zielen und Meinungen bestehen können und dabei sowohl von anderen Menschen respektiert werden,
als auch die eigene Selbstachtung aufrechterhalten.
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Im Programmteil ‘Umgang mit Gefühlen’ wird vermittelt, dass Gefühle (auch solche, die als unangenehm erlebt
werden) eine Funktion und eine Bedeutung haben. Fertigkeiten wie: Beobachten, Beschreiben und Verstehen von Gefühlen, Verwundbarkeit verringern, Schritte in Richtung angenehmer Gefühle tun,
emotionales Leiden loslassen und dem Gefühl entgegengesetzt handeln werden besprochen und geübt. Ziel ist, Gefühle in ihren Bedeutungen und Auswirkungen verstehen und akzeptieren zu lernen.
Das Vertrauen in die eigene Gefühlswelt soll erhöht werden.
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Im Programmpunkt ‘Stresstoleranz’ lernen die PatientInnen, Krisen auszuhalten und Spannung zu reduzieren durch
Techniken wie: sich durch starke sensorische Reize ablenken (z.B. Eiswürfel), durch verschiedene Techniken ‘den Augenblick verbessern’, ‘Pro und Contra’ (welche Argumente sprechen für
selbstverletzendes Verhalten, welche dagegen), Akzeptieren der Realität, Atemübungen, ‘leichtes Lächeln’ und Achtsamkeitsübungen. Ein weiteres Ziel ist, zu lernen, unangenehme Ereignisse und
Gefühle zu ertragen, wenn sich die Situation nicht verändern lässt.
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Die PatientInnen werden angeleitet, sich einen individuellen Notfallkoffer einzurichten, in dem wichtige
Utensilien für Stresstoleranz-Fertigkeiten aufbewahrt werden. Kärtchen, auf denen die hilfreichsten Fertigkeiten eingetragen sind, sollten die PatientInnen bei sich tragen. Die PatientInnen
erhalten außerdem Formulare, auf denen die gelernten Fertigkeiten eingetragen sind und protokollieren, welche Fertigkeiten sie mit welchen Erfolg geübt haben.
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Wenn die PatientInnen vier mal hintereinander fehlen bzw. die Hälfte der Sitzungen in drei Monaten versäumen,
werden sie von der Therapie ausgeschlossen.
Telefonkontakt
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PatientInnen können in suizidalen Krisen oder bevor sie sich selbst verletzen, ihre TherapeutInnen anrufen. Die
telefonische Erreichbarkeit muß mit den TherapeutInnen vorher geklärt werden und richtet sich auch nach den Grenzen der TherapeutInnen. Die Telefongespräche sollen nach bestimmten Regeln
ablaufen. Die Patientin berichtet, warum sie sich in einer Krise befindet und welche Fertigkeiten sie bereits ausprobiert hat. Beide besprechen Fertigkeiten, die die Patientin dann einsetzen
soll. Dazu ist es hilfreich, wenn die Patientin gelernte Fertigkeiten benennen kann.
Verletzt sich die Patientin selbst oder begeht sie einen Suizidversuch, sollte dies nicht durch
vermehrte Zuwendung verstärkt werden, was nicht leicht zu realisieren ist. Ziel ist, dass die PatientInnen im nachhinein Verhaltensanalysen dieser Situationen anfertigen.
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Intervision
Die Einzel- und die GruppenTherapeutInnen sollen sich regelmäßig treffen, um sich über die gemeinsamen
PatientInnen auszutauschen und sich gegenseitig zu beraten.
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